Schütz-Connection
Sachsen ist reich an musikalischen Schätzen: Schlösser, Kirchen, Archive und historische Räume erzählen von einer einzigartigen Musikgeschichte. Doch dieses Erbe bleibt nur lebendig, wenn es gehört, gespielt und neu entdeckt wird. Schütz-Connection setzt genau hier an. Jugendliche zwischen in der Regel 14 und 18 Jahren werden zu aktiv Entdeckenden dieser kulturellen Bodenschätze. Sie arbeiten mit originalen Quellen, historischen Instrumenten und authentischen Aufführungsorten – und verwandeln alte Musik in lebendige Praxis: singend, spielend, tanzend und darstellend. Wissenschaft, künstlerische Forschung und kreative Umsetzung greifen dabei unmittelbar ineinander.
So entsteht ein Projekt, das Vergangenheit und Gegenwart verbindet: Alte Musik wird nicht museal bewahrt, sondern gemeinsam erforscht, ausprobiert und auf die Bühne gebracht – dort, wo sie einst entstanden ist.
Kooperationspartner ist Kooperationspartner der Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft mbH und des LVdM Sachsen. Diese Maßnahme Kultureller Bildung von landesweiter Bedeutung wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Rückschau zur Schütz-Connection I
Zittau 2025
Im Oktober 2025 fand die erste Schütz-Connection in Zittau statt – ein intensiver Workshop, bei dem Jugendliche Alte Musik nicht nur gehört, sondern selbst entdeckt, erforscht und gestaltet haben.
Über drei Tage arbeiteten die Teilnehmenden in historischen Sammlungsräumen der Christian-Weise-Bibliothek (Altbestand) mit originalen Quellen: Sie entzifferten alte Handschriften wie echte Musik-Detektive, hörten und probten Ausschnitte aus barocken Werken und setzten sich spielerisch mit Übertragung und Interpretation musikalischer Fragmente auseinander.
Der Workshop war geprägt von gemeinsamen Proben, kreativen Sessions mit Profis und einem starken Teamgefühl. Spielerische Elemente, Musik-Erkundungen in der Stadt und ein Museumsbesuch als Abendprogramm ergänzten den musikalischen Alltag.
Zum Abschluss zeigten die Jugendlichen, was sie erarbeitet hatten, und reflektierten ihre Erfahrungen in einer gemeinsamen Runde. Die Resonanz zeigte: Das Konzept, historische Musik praktisch zu erleben und im Team zu erforschen, hat stark motiviert und viele Lust auf weitere Begegnungen mit Alter Musik geweckt.
Projektidee 2026
Schütz-Connection ist ein sachsenweites Workshop-Format für kulturell und musikalisch interessierte Jugendliche. Im Mittelpunkt steht die aktive Auseinandersetzung mit Alter Musik – nicht als fertiges Konzertprogramm, sondern als lebendiger Prozess aus Forschen, Ausprobieren und Gestalten.
2026 führt das Projekt an vier Orte mit besonderen musikalischen „Bodenschätzen“: Torgau, Mügeln, Grimma und Zittau. Jeder Workshop greift lokale Archive, historische Räume und überlieferte Musik auf und übersetzt sie in eine heutige Praxis. Dabei geht es um mehr als Repertoirekenntnis: Die Teilnehmenden erleben, wie Musik im 17. Jahrhundert entstanden ist, wofür sie gedacht war – und wie sie heute neu zum Klingen gebracht werden kann.
Charakteristisch für Schütz-Connection ist der Baukasten-Ansatz:
Die Inhalte passen sich den jeweiligen Orten, den vorhandenen Räumen und vor allem den Fähigkeiten und Interessen der Teilnehmenden an. Gesang, Chor, Instrumentalspiel, Tanz, Improvisation und Darstellendes Spiel greifen ineinander. Theorie wird immer unmittelbar praktisch erprobt.
Begleitet werden die Workshops von ausgewiesenen Expert*innen, die je nach Schwerpunkt eingeladen werden. Eine verantwortliche Leitung sorgt für Struktur und künstlerische Stringenz. Am Ende jedes Workshops steht eine öffentliche Präsentation, die Einblicke in Arbeitsprozesse und Ergebnisse gibt.
Schütz-Connection verbindet kulturelle Bildung, künstlerische Forschung und Partizipation – und macht historische Musik für junge Menschen unmittelbar erfahrbar.
Vorschau 2026
| April | Juni | Oktober | November | |||
| “Musiktheater” | “Kantorei” Bodenschätze | “Historische Instrumente” | “Tanzmusiken” (Bodenschätze) | |||
| Schütz-Dafne | Übertragungen | Musik von Jacobi, Senfl, Schütz | Hammerschmidt | |||
| in Torgau | in Mügeln | in Grimma | in Zittau |
Schütz-Connection II – Torgau 2026
Auf der Suche nach der ersten Oper: Heinrich Schütz’ „Dafne“
Torgau ist ein Schlüsselort der deutschen Musikgeschichte. Im Schloss Hartenfels erklang 1627 Heinrich Schütz’ „Dafne“ – eines der ersten Werke des deutschsprachigen Musiktheaters. Die Musik selbst ist verloren, erhalten sind das Libretto von Martin Opitz und der originale Aufführungsraum.
Genau hier setzt Schütz-Connection II an:
Gemeinsam begeben sich die Teilnehmenden auf eine musikalische Spurensuche. Aus Fragmenten, zeitgenössischen Tanz- und Instrumentalmusiken sowie vergleichbaren Werken entsteht eine experimentelle Rekonstruktion – keine „fertige Oper“, sondern ein lebendiger Annäherungsprozess.
Im Workshop werden
- Szenen aus Dafne musikalisch und szenisch erarbeitet
- historische Instrumente ausprobiert und eingesetzt
- Tanzmusiken und Improvisationen entwickelt
- Gesang, Chor, Sprache und Bewegung miteinander verbunden
Gearbeitet wird im originalen historischen Umfeld:
Schütz-Saal, Schlosskirche und Altstadt.
Die Teilnehmenden erleben, wie Raum, Klang, Bewegung und Darstellung zusammenwirken – und wie Musiktheater im 17. Jahrhundert gedacht war.
Der Workshop richtet sich an Sängerinnen, Instrumentalistinnen, Tänzerinnen und neugierige Entdeckerinnen gleichermaßen. Unterschiedliche Erfahrungsstände sind ausdrücklich erwünscht. Am Ende steht eine öffentliche Abschlusspräsentation mit Spielszenen aus Dafne und historischen Tänzen.
Schütz-Connection II macht Geschichte erlebbar:
Nicht als Museum, sondern als gemeinsames künstlerisches Experiment – offen, forschend und voller Spiellust.